TOGO: Ziel erreicht – Keine weibliche Genitalverstümmelung mehr!

(I)NTACT bleibt mit Förderprojekten für Mädchen und Frauen vor Ort

Damit auch in Zukunft kein Mädchen in Togo beschnitten wird, ist es äußerst wichtig, dass unsere Partner auch weiterhin präsent sind.

Ziel unserer Nachhaltigkeitsarbeit in Togo ist es, Mädchen und Frauen über ihr Recht auf Unversehrtheit hinaus zu stärken und ihre Rechte in weiteren Bereichen durchzusetzen. Mädchen sollen in Zukunft selbstbestimmt leben können. 

Ab 2022 arbeiten wir vor allem mit der Ethnie der Peulh zusammen. Diese häufig nomadisch lebende Ethnie hat sich in neu gegründeten Siedlungen in Togo nieder gelassen, wo bisher noch keine Aufklärung zu weiblicher Genitalverstümmelung stattgefunden hat. Außerdem haben uns Peulh-Mädchen darum gebeten, sie vor ihrer Zwangsverheiratung zu schützen und ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen. 

Nachhaltigkeitsprojekte 2012-2021

Mit Unterstützung des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) haben unsere Partnerorganisationen drei Nachhaltigkeitsprojekte in Togo durchgeführt. Dabei fanden Aufklärungsveranstaltungen statt zu folgenden Kinder- und Frauenrechtsthemen: die Bedeutung von Bildung für Mädchen, das Verbot von Frühverheiratung und das Recht von Frauen auf Landbesitz.

Um auch ganz praktisch zu helfen, zum Beispiel bei der Einschulung von Mädchen, erhielten die besonders bedürftigen Schulanfängerinnen Einschulhilfen, bestehend aus Schuluniform und Schreibutensilien.

Des Weiteren wurden Geburtsurkunden ausgestellt, da die Teilnahme an Prüfungen ohne Ausweis nicht möglich ist. Auch Mütter wurden gefördert, mit der Möglichkeit auf einem Stück Land Soja anzubauen, zu ernten und zu verkaufen.

Durch diese Aktivitäten vor Ort konnten die Projektpartner in den Dörfern präsent sein und neben den wichtigen Projektaktivitäten die Abkehr von der weiblichen Genitalverstümmelung weiterhin kontrollieren sowie Fragen zum Thema beantworten. Zudem wurden in jedem Dorf Komitees gegründet, welche drohende Genitalverstümmelungen melden und ihr Umfeld bei Bedarf aufklären.

Ein großes Fest

Am 29.11.2012 wurde die Überwindung der Genitalverstümmelung in Togo in Sokodé mit einem großen Festakt gefeiert. Die Bevölkerung, ehemalige Beschneiderinnen und Traditionshüter verliehen ihrer Freude über das Ende der grausamen Tradition mit Tänzen und Gesängen Ausdruck. Sie erklärten vor aller Öffentlichkeit, ihre Mädchen nunmehr intakt aufwachsen zu lassen. 

Auch Regierungsvertreter aus Togo und Deutschland, unsere lokalen Partner sowie Mitglieder von (I)NTACT waren vor Ort dabei.

Erreicht wurde die Abschaffung der Genitalverstümmelung durch die Aufklärungsarbeit unserer Partnerorganisationen in Togo zwischen 2004 und 2011. Entscheidend für den Erfolg war vor allem die Zusammenarbeit mit den Traditionshütern und den Beschneiderinnen.

Die Überwindung der Norm der weiblichen Genitalverstümmelung  bestätigen auch international anerkannte Studien wie die MICS6 2017.