Diese Mutter möchte ihre Tochter nicht beschneiden lassen

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Engagement für Mädchen im Süden Senegals

Auch Senegal zählt schon seit geraumer Zeit zu den Schwerpunktländern von (I)NTACT. Wir arbeiten seit 2002 in der Casamance, im Süden des Landes.
Dort sind laut der letzten DHS-Studie etwa 77% der Mädchen und Frauen genitalverstümmelt. 

Ende 2018 hat unsere Partnerorganisation USU mit einem Projekt in dem als sehr konservativ geltendem Departement Vélingara begonnen. Bei den dort vorherrschenden Ethnien, den Peulh, Mandingo und Soninke, ist die weibliche Genitalverstümmelung als Tradition stark verankert.

Hier ist insbesondere die Zusammenarbeit mit den religiösen Führern und den Dorfchefs, also den Entscheidern wichtig. In jedem unserer Projekte werden jedoch alle angesprochen, die betroffen sind und mithelfen können, weibliche Genitalverstümmelung zu verhindern: die Eltern, Großmütter, Gesundheitspersonal, Beschneiderinnen. Vor allem ist aber auch die Arbeit mit Jugendlichen und mit SchülerInnen von großer Bedeutung. Wir möchten die heranwachsenden Mädchen bestärken, ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit durchzusetzen und zu bewahren und auch ihre Töchter später zu schützen. 

USU hat bereits zwischen 2012 und 2017 in etwa 1.100 Dörfern der Regionen Kolda und Sédhiou erfolgreich gearbeitet. Unser Engagement ist möglich dank zahlreicher SpenderInnen und durch die Unterstützung des BMZ und der Harald Breuer Stiftung.

Lesen Sie hier unseren Newsletter über die Projektarbeiterin Mariama Gnamadiou (März 2019)!

Animatrice Kadi erklärt die Folgen weiblicher Genitalverstümmelung

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Ein Teil unseres Projektteams aus Senegal

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Hilfe für Frauen, die unter den Folgen der Verstümmelung leiden

Neben der Präventionsarbeit widmen sich die Projektmitarbeiterinnen von USU auch den Frauen, die in Folge der Beschneidung an Fisteln leiden. Fisteln, Öffnungen zwischen Vagina und Blase oder Darm, die vor allem bei der Entbindung entstehen, sind eine gravierende Folge der Beschneidung. Durch sie kommt es zu unablässigem und unkontrollierbarem Stuhlgang oder Urinfluss.

Frauen mit Fisteln werden aufgrund der starken Geruchsbildung isoliert, häufig verstoßen und gelten als nicht gemeinschaftsfähig. Betroffen sind meistens junge Frauen aus ärmlichen, dörflichen Verhältnissen. Fisteln sind in der Regel jedoch sehr gut behandelbar, es mangelt aber an Aufklärung und am Zugang zur Behandlung: an fehlender Infrastruktur sowie an fehlenden finanziellen Mitteln für eine OP.