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Weibliche Genitalverstümmelung
ist Folter
Das
Wort "Beschneidung" klingt harmlos. Die Praktik aber bedeutet Folter. Denn die Geschlechtsorgane
der Mädchen und Frauen werden auf schlimmste Art verstümmelt.
Und sie bleiben es ein Leben lang, denn der Eingriff ist nicht
rückgängig zu machen. Das Menschenrecht auf körperliche
Unversehrtheit wird verletzt.
Die
Weltgesundheitsorganisation, UNICEF und UNFPA unterscheiden
vier Formen der weiblichen Genitalverstümmelung:
| Typ I: |
Partielle oder vollständige
Entfernung der Klitoris und/oder Klitorisvorhaut (Klitoridektomie) |
| Typ II: |
Partielle oder vollständige
Entfernung der Klitoris und der kleinen Schamlippen, mit
oder ohne Entfernung der großen Schamlippe (Ekzision)
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Typ III:
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Verengung der vaginalen Öffnung
mit Herstellung eines bedeckenden, narbigen
Hautverschlusses durch das Entfernen und Zusammenheften
oder -nähen der kleinen und/oder großen
Schamlippen, mit oder ohne Entfernen der Klitoris
(Infibulation) |
| Typ IV: |
Alle anderen Eingriffe, die die
weiblichen Genitalien verletzen und keinem medizinischen
Zwecke dienen, z.B.: Einstechen, Durchbohren,
Einschneiden, Ausschaben und Ausbrennen oder Verätzen |
Die Operationen finden meist in einfachen Hütten unter katastrophalen hygienischen
Bedingungen statt. Die Operateure sind traditionelle Heilerinnen,
Hebammen und Barbiere. Der Eingriff, der oft eine halbe Stunde
dauert, wird ohne Narkose durchgeführt. Mehrere Frauen
halten das Mädchen während der Operation mit Gewalt
fest.
Die
Instrumente reichen von Rasierklingen über Messer, stumpfe
Scheren, Glasscherben bis zu Deckeln von Konservendosen.
Immer öfter werden Genitalverstümmelungen auch von
geschultem Personal in medizinischen Einrichtungen
durchgeführt. Unerwünschten Nebenwirkungen soll so
vorgebeugt werden. Die Medikalisierung der Praktik wird von
internationalen Organisationen allerdings abgelehnt. Mit den
Folgen der Beschneidung müssen nämlich auch diejenigen
kämpfen, die unter hygienischeren Bedingungen beschnitten
wurden. Letztendlich handelt es sich nach wie vor um eine
Verletzung der Menschenrechte von Mädchen und Frauen .
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