(I)NTACT:
Ein grausames Ritual gemeinsam bekämpfen
Bei
einem offiziellen Besuch in Benin im Jahre 1995 wurde
Christa Müller erstmals mit der grausamen Tradition
der weiblichen Beschneidung konfrontiert. Von der Ehefrau
des damaligen beninischen Staatspräsidenten um
Hilfe gebeten, begann sie, Spenden zu sammeln, um einheimische
Initiativen gegen das grausame Ritual in Benin zu unterstützen.
 |
Anfang 1996 gründete Christa Müller dann in Saarbrücken die
Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen
und Frauen - (I)NTACT e. V.
Zweck von (I)NTACT ist es, über das Problem der
weiblichen Genitalver-stümmelung zu informieren und
diese eklatante Menschenrechtsverletzung zu bekämpfen.
(I)NTACT
zählt inzwischen über 1000 Fördermitglieder und hunderte
Spenderinnen und Spender in Deutschland, aber auch in Österreich,
der Schweiz, Luxemburg, Italien und vielen weiteren
Ländern.
Darunter sind auch prominente Mitglieder
wie Lea Rosh, Initiatorin des "Denkmals für |
die ermordeten Juden Europas" in Berlin, und die Mitbegründer Dr. Nobert Blüm
(CDU), Fernsehmoderator Günther Jauch, Hanny
Lightfood-Klein (Autorin von "Das grausam Ritual" und
Prof. Horst Eberhard Richter. Sie alle unterstützen die
Initiative mit viel Engagement.
|
(I)NTACT
unterstützt den Kampf der Frauen und Männer in Afrika
Weltweit
sind rund 130 Millionen Frauen und Mädchen Opfer weiblicher
Genitalverstümmelung. Der Jahrhunderte alte Brauch wird
von etwa 200 Ethnien hauptsächlich auf dem afrikanischen
Kontinent praktiziert. In fast allen betroffenen Ländern
kämpfen heute kleine und große Organisationen mit
Aufklärungskampagnen gegen die Beschneidung. (I)NTACT
bietet diesen afrikanischen Organisationen finanzielle und
organisatorische Unterstützung an und fördert bevorzugt
jene, die bei ihren Aufklärungskampagnen direkt mit der
Bevölkerung, also basisorientiert, arbeiten. Ehemalige
Beschneiderinnen erhalten von (I)NTACT Kleinkredite zur Erschließung
neuer Einkommens-möglichkeiten. Sie werden, wann immer
möglich, in den Kampf gegen den alten Brauch miteinbezogen
und können sich so ihr gesellschaftliches Ansehen bewahren,
das sie bis dahin durch ihren traditionellen Beruf genossen.
(I)NTACT unterstützt
und unterstützte Aufklärungsmaßnahmen in
Benin, Burkina Faso, Eritrea, Guinea, Kenia, Mali,
Senegal, Sierra Leone, Tansania, Togo und im
Tschad. Aktuelle Schwerpunktländer sind dabei
Burkina Faso, Togo, Senegal und Benin.
Aufklärung mit Erfolg im Schwerpunktland Benin
In
Benin hat die Hilfe von (I)NTACT nach 10 Jahren des intensiven
Engagements einen großen Erfolg erzielt: Das Ende der
Tradition der weiblichen Beschneidung wurde dort in einem
Staatsakt vor der Weltöffentlichkeit am 9. April 2005
feierlich verkündet. Die großen Fetischpriester
ehemals beschneidender Ethnien haben der Tradition eine Absage
erteilt. Alle bekannten, insgesamt 216 Beschneiderinnen haben
das blutige Metier aufgegeben. Die meisten von ihnen haben
Dank eines Kleinkredits von (I)NTACT neue Einkommensmöglichkeiten.
Über 1200 freiwillige Dorfkomitees wachen heute darüber,
dass in ihren Dörfern die Mädchen nicht mehr beschnitten
werden.
(I)NTACT
leistet Aufklärungsarbeit in Deutschland
Auch
in Deutschland leben schätzungsweise 30.000 Frauen afrikanischer
Herkunft, die beschnitten sind. Fünftausend Mädchen
sind potenziell von Genitalverstümmelung in unserem Land
bedroht. Fachleute aus Medizin, Recht und Bildung werden zunehmend
mit diesem Brauch konfrontiert. (I)NTACT betreibt darum auch
in Deutschland Informationsarbeit, steht Betroffenen als Ansprechpartnerin
zur Verfügung und begleitet Migrantenvereine bei ihren
Aufklärungsprojekten.
|
|